RAUM:Zeit & Kapital teilen?!

oder Qualität statt Quantität…Gedankenfetzen zum <Space Sharing>

Das „neueste“ Modewort im so genannten zeitgemäßen Diskurs um den umbauten Raum ist <Sharing>. Es ist das aktuelle Sinnbild für den zukünftigen nachhaltigen Umgang mit der Ressource Raum. Es geht um das „Sparen“ an der Ressource Raum obwohl wir eigentlich „unendlich“ viel davon haben – oder zumindest haben sollten weil das Anrecht auf Raum ein Grundrecht ist.

Es geht um den individuellen (persönlichen) (Frei)Raum – uns wird erzählt, dass es um die Schonung von Ressourcen geht. Das mag Vordergründig betrachtet schon stimmen und eventuell ist es auch die Intention mancher Konzepte. Mir leuchtet es auch ein das es Sinn machen könnte Raum zu Teilen der zu gewissen Zeiten leer steht. Klar! Doch wirft diese Thematik – meiner Meinung nach – unlösbare Probleme und Konflikte auf – die zum Schluss dazu führen werden, dass das so genannte <Space Sharing> zum Instrument der Kapitalakkumulation auf Kosten der Kapital schwachen wird.

Das liegt an mehreren Gründen. Das <Space Sharing> ist ein Versuch den Raum zu optimieren. Die Auslastung des Raums wird verbessert und die Zeit wird sozusagen beschleunigt. Das heißt die Quantität der Raum:zeit steigt aber die Qualität sinkt. Damit ist <Space Sharing> ein quantitatives Werkzeug – nicht mehr und nicht weniger. Das Ergebnis – unabhängig der Art der Raumoptimierung – ist gewonnene Zeit. Zeit ist wie wir wissen die Urform des Kapitals!

Betrachtet man den die Möglichkeiten der „Optimierung“ von Raum grundlegend können wir sagen, dass es zwei Formen gibt:

  1. Einerseits die zeitliche Optimierung von Räumen zur Steigerung ihrer Auslastung bzw. (Nutzungs-)Effizienz.1
  2. Zweitens – die Optimierung des Zwischenraums bzw. des so genannten Wegs/Abstands2 zwischen unterschiedlichen Räumen.3

Es wird die räumliche Effizienz (Ausnutzung) und in einem Umkehrschluss die mobile Effizienz gesteigert. Mit der Diskussion um die Steigerung der Nutzungseffizienz von umbautem Raum hat anscheinend das Unwort >Effizienz< in die Raumtheorie Einzug gehalten. Wesentliche Frage die sich unabhängig des jeweiligen Falls stellt ist – was passiert mit dem gewonnenen Kapital – also der Zeit?

Was ich damit meine kann man Anhand eines einfachen Beispiels erklären – und sollte jedem einleuchten. Betrachtet man den ersten Fall der Optimierung des Raums – also die Steigerung der Nutzungseffizienz von Räumen – bedeutet das z.B. für den Mieter eines Raums folgendes:

  • Die Miete sinkt weil der Vermieter durch die Steigerung der Effizienz bzw. Auslastung die Gesamtmiete jetzt durch mehr Nutzer teilen kann. Nebenbei bemerkt – meiner Meinung nach wohl der unwahrscheinlichste Fall.
  • Die Miete bleibt gleich weil der Vermieter keine Notwendigkeit sieht (bzw. sie nicht erkennt) – seinen nun effizient genutzten Raum und das damit gewonnen Kapital die Zeit und damit in weiterer Folge das Geld – zu teilen.
  • Die Miete steigt – weil  Druck auf den Mieter steigt (Qualität->Quantität/Zeitraum). Denn jegliche nicht genutzte Zeit verrechnet der Vermieter als verlorenes Kapital.

Welcher dieser Drei Fälle bei der Steigerung der Nutzungseffizienz von Räumen Eintritt ist Hier und Jetzt nicht zu klären. Vielleicht beschreiben diese drei Fälle auch die Evolution dieser Entwicklung. Doch eines sollte uns klar sein – Teil unserer Zivilisation ist die Marktwirtschaft. Ziel, Motor und Antrieb der Marktwirtschaft ist die Anhäufung von Kapital. Aus diesem Grund bin ich davon überzeugt das <Space Sharing> entweder ein sozialromantischer Gedanke ist der von vornherein zum Scheitern verurteilt ist – oder <Space Sharing> entwickelt sich zu einer dienbaren Methode zur Anhäufung von Kapital für die ohnehin schon Kapital starken Gruppen innerhalb unserer monetären Gesellschaft.

Josef-Matthias Printschler, Stuttgart 01/2015

 

1Anm.d.Verf.:Steigerung der Nutzungseffizienz von Räumen

2Vgl.Interaktionspotenzial, >Nähe<

3Anm.D.Verf.: Steigerung der Mobilität zwischen Räumen

 

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