{"id":646,"date":"2016-03-09T20:30:02","date_gmt":"2016-03-09T18:30:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.stubenmusicstudio.com\/hall\/?p=646"},"modified":"2019-02-01T11:25:45","modified_gmt":"2019-02-01T09:25:45","slug":"labor-stadt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.stubenmusicstudio.com\/hall\/?p=646","title":{"rendered":"Labor &#038; Stadt"},"content":{"rendered":"<h2><\/h2>\n<h2>NOLAB: Stadt ist keine Privatsache bzw. warum die Stadt kein Labor sein kann!<\/h2>\n<h3>\u00dcberlegungen zur gegenw\u00e4rtigen Praxis von Stadtforschung und Entwicklung.<\/h3>\n<p>Wie kommt es dazu das ich \u00fcber dieses Thema \u2013 warum die <i>Stadt<\/i> kein <i>Labor<\/i> sein kann \u2013 schreibe?<\/p>\n<p>Im Zusammenhang mit dem Titel dieses Textes ist zu Beginn das so genannte <i>NOLab<\/i> zu erw\u00e4hnen.<i> <\/i>Dieses <i>Labor<\/i> war Teil der Lehre am <i>Institut f\u00fcr Architektur und Medien <\/i>an der technischen Universit\u00e4t Graz. Wie der Name es schon sagt \u2013 das <i>NOLab<\/i> wollte offensichtlich kein <i>Labor<\/i> sein, zumindest verstehe ich es heute so. Nachtr\u00e4glich bei genauerer Betrachtung des Begriffs <i>Labor<\/i> finde ich den Namen <i>NOLab <\/i>im Zusammenhang mit <i>Architektur<\/i> und <i>Stadt<\/i> mehr als gelungen, warum das so ist sollte sich f\u00fcr den Leser im Laufe dieses Textes kl\u00e4ren.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Als wir im Dezember 2013 unser Projekt gr\u00fcndeten nannten wir es, in einer der Zeit geschuldeten Hektik, <i>Hallschlag Laboratory<\/i>. Nun kamen in den letzten Wochen vermehrt Anfragen wie es dazu kommt das wir uns nun nicht mehr <i>Hallschlag Laboratory<\/i> nennen sondern <i>Hallschlag Space Research<\/i>? Das resultiert im Wesentlichen aus zwei Gr\u00fcnden.<\/p>\n<p>Zu Beginn hatten wir noch keine eigene Domain bzw. unsere Webpr\u00e4senz war \u00fcber eine Subdomain eines anderen Projekts erreichbar. Zwar etwas unseri\u00f6s, wenn man das heut zu Tage \u00fcberhaupt noch sein kann, aber f\u00fcr den Anfang ausreichend. Um auf unsere forschende T\u00e4tigkeit hinzuweisen erschien es uns bei der Gr\u00fcndung des Projekts als sinnvoll unseren Namen mit dem Begriff <i>Labor<\/i> zu erweitern. Keinesfalls um uns damit als Wissenschaftler bzw. als wissenschaftlich profilieren zu wollen. Oder vielleicht doch? Die Wahrheit liegt wie so oft irgendwo dazwischen.<br \/>\nBei genauerer Betrachtung wurde uns aber relativ schnell klar, dass die Verwendung des Begriffs <i>Labor<\/i> in Kombination mit <i>Stadt<\/i> leichtsinnig, um nicht zu sagen naiv, war. Wir stellen heute fest, dass die Verwendung des Begriffs <i>Labor<\/i> \u2013 unsererseits in Relation zu unserem Projekt \u2013 ein Fehler war. Da wir keinen Anspruch auf Wahrhaftigkeit erheben ist es f\u00fcr uns nachtr\u00e4glich kein Problem Fehler einzugestehen. <b>Das Unerwartete ist unseres Erachtens sowieso die einzige M\u00f6glichkeit etwas \u201eNeues\u201c zu finden \u2013 ohne hier weiter auf das Wesen des so genannten \u201eNeuen\u201c einzugehen. Unser Anliegen bleibt der Prozess, der Weg und nicht das F\u00fcllwerk, aber vielleicht ist diese Sichtweise auch zu naiv, wir werden sehen \u2013 die Zukunft wird es zeigen. <\/b><\/p>\n<p>Zugegeben das klingt bis hier her komplizierter als es war oder ist. Um es etwas abzuk\u00fcrzen \u2013 jetzt haben wir eine Domain die, wie wir meinen, in ihrer Einfachheit nicht zu schlagen ist. Der Begriff <i>Labor<\/i> ist verschwunden und \u00fcbrig ist nur mehr <i>Hallschlag.org<\/i>. Ganz konnten wir uns nicht von dem inneren Drang uns profilieren zu wollen l\u00f6sen \u2013 deswegen gibt es jetzt noch den Untertitel &#8222;<em>Urban Settlement<\/em> <i>Space Research&#8220;<\/i>. <sup><a href=\"#sdfootnote1sym\" name=\"sdfootnote1anc\"><sup>1<\/sup><\/a><\/sup> Nun gut, der erste banale Grund warum wir den Begriff <i>Labor<\/i> aus unserem Projekttitel gestrichen haben ist die Ver\u00e4nderung der Domain.<\/p>\n<p>Der zweite Grund wiegt da schon viel schwerer, wie wir meinen. Er resultiert aus einem inhaltlichen Widerspruch zwischen den Begriffen <i>Stadt<\/i> und <i>Labor<\/i> \u2013 der unserer Meinung nach allen so genannten \u201e<i>Stadtlaboren<\/i>\u201c anhaftet. Teils vielleicht bewusst, teils unbemerkt hat sich das Gegensatzpaar von <i>Stadt<\/i> und <i>Labor<\/i> in die Terminologie der Stadtforscher, Stadtplaner, Raumverbesserer und Architekten eingeschlichen. Ein Forschungsprojekt das sich mit <i>Stadt<\/i> besch\u00e4ftigt kann einfach kein <i>Labor<\/i> sein! Warum das so ist, warum es kein so genanntes Stadtlabor geben kann?<\/p>\n<p><b>Das <\/b><i><b>Labor<\/b><\/i><b> zeichnet sich durch eine isolierte Umgebung aus \u2013 innerhalb dieser das zu erforschende in einer kontrollierten wiederherstellbaren Umgebung betrachtet wird. Das hei\u00dft ein <\/b><i><b>Labor<\/b><\/i><b> ist eine nicht \u201ereale\u201c Umgebung. Ein <\/b><i><b>Labor<\/b><\/i><b> kann zwar real stattfinden \u2013 also wahrhaftig sein, es wird aber im Sinn der Wirklichkeit nie die Realit\u00e4t unserer Raumwahrnehmung, der St\u00e4dte und Stadtteile wiederspiegeln.<\/b><\/p>\n<blockquote><p>\u201eDas Labor ist also eine virtuelle Einrichtung, die in fast allen Hinsichten mit dem Experiment zusammenf\u00e4llt. \u00c4hnlich wie eine B\u00fchne, auf der von Zeit zu Zeit ein Schauspiel gegeben wird, stellt das Labor einen Abstellraum f\u00fcr die Kulissen dar, die ben\u00f6tigt werden, wenn die soziale Welt in Experimenten nachgestellt wird.\u201c <sup><a href=\"#sdfootnote2sym\" name=\"sdfootnote2anc\"><sup>2<\/sup><\/a><\/sup><\/p><\/blockquote>\n<p>Und darin liegt das Problem mit der <i>Stadt<\/i> und den Laboren! Dieser aufgezeigte Konflikt hat nichts mit einer begrifflichen Pedanterie unsererseits zu tun. Denn der zuerst scheinbar begriffliche Widerspruch setzt sich in der Auslegung und Umsetzung der so genannten <i>Stadtlabore<\/i> fort. <b>Die g\u00e4ngige Verwendung des Begriffs <\/b><i><b>Labor<\/b><\/i><b> reflektiert das Verst\u00e4ndnis und die Methodik der Untersuchung, die in vielen <\/b><i><b>Stadtlaboren<\/b><\/i><b> zu finden ist. Sie simulieren das st\u00e4dtische Schauspiel \u2013 verstehen die <\/b><i><b>Stadt<\/b><\/i><b> als B\u00fchne au\u00dferhalb ihrer immanenten wechselseitigen und deswegen untrennbaren Zusammenh\u00e4nge. Sie betrachten Vorg\u00e4nge \u00e4hnlich einem Schaukasten \u2013 isoliert und v\u00f6llig losgel\u00f6st von einer &gt;Atmosph\u00e4ren Wirklichkeit&lt; der <\/b><i><b>Stadt<\/b><\/i><b> die sich aus der dynamischen \u00dcberlagerung der ortsspezifischen Potenziale individuell \u2013 in Abh\u00e4ngigkeit zu Zeit, Ort und Individuum \u2013 synthetisiert. <\/b>Ein Zitat von Norbert Elias trifft diese Untrennbarkeit, die Unm\u00f6glichkeit Zusammenh\u00e4nge im st\u00e4dtischen Kontext getrennt zu betrachten ganz gut:<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">\u201e<span style=\"font-family: Helvetica,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><i>\u00c4hnlich verh\u00e4lt es sich mit einem Haus. Was wir seine Struktur nennen, ist die Struktur und der Aufbau nicht der einzelnen Steine, sondern der Beziehungen zwischen den einzelnen Steinen, die es bilden; es ist der Zusammenhang der Funktionen, die es bilden; es ist der Zusammenhang der Funktionen, die die Steine im Verbande des Hauses f\u00fcreinander haben.\u201c<\/i><\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Helvetica,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><i><sup><a href=\"#sdfootnote3sym\" name=\"sdfootnote3anc\"><sup>3<\/sup><\/a><\/sup><\/i><\/span><\/span><\/p>\n<p>Wenn wir das Ergebnis ver\u00e4ndern wollen, m\u00fcssen wir die Methode \u00e4ndern \u2013 zu kartieren, ein paar Befragungen, ein paar Pfl\u00e4nzchen, ein Spektakel aus Sperrholz zur Belustigung der ohnehin scheinbar planlosen Masse auf Kosten von diversen F\u00f6rdert\u00f6pfen wird nicht reichen und ist mehr als Augenauswischerei kombiniert mit zusammenhangslosen Kompensationsneurosen. Am Ende entpuppen sich fast alle Projekte als Rechtfertigung ihrer eigenen Existenz weil sie dem isomorphen Profilierungs\u2013 und Erfolgsdruck einer in sich beschleunigten Gesellschaft unterliegen. Alle guten Vors\u00e4tze verkommen am Ende zu dem Schrei nach Anerkennung und Individualit\u00e4t der eigenen Identit\u00e4t.<\/p>\n<blockquote><p>\u201e[&#8230;] den damit geraten Formen der Anerkennung in den Blick, die deswegen als Mittel sozialer Herrschaft wirksam sind, weil sie nach dem Muster ritueller Best\u00e4tigungen ein gesellschaftskonformes Selbstbild schaffen und daher zur Reproduktion der existierenden Verh\u00e4ltnisse beitragen.\u201c <sup><a href=\"#sdfootnote4sym\" name=\"sdfootnote4anc\"><sup>4<\/sup><\/a><\/sup><\/p><\/blockquote>\n<p>Es sei einmal dahingestellt welche Projekte zur Stadtentwicklung egal welcher Couleur (ob bewusst oder unbewusst) nicht in einem endlosen Strudel der Rechtfertigung und Best\u00e4tigung bestehender Verh\u00e4ltnisse enden. Da wir aber niemanden etwas Schlechtes unterstellen wollen \u2013 und uns auch nicht \u2013 gehen wir davon aus, dass es der geringere Anteil der Projekte ist \u2013 auch wenn wir wissen, dass wahrscheinlich genau das Gegenteil der Fall ist.<\/p>\n<p>Wie k\u00f6nnte es anders funktionieren \u2013 oder besser wie k\u00f6nnte eine positive Initiation einer Stadtteilentwicklung aussehen? So wie wir uns in der Definition und Planung eines \u00f6ffentlichen Raums nicht von sozialen Erwartungshaltungen blenden lassen d\u00fcrfen \u2013 d\u00fcrfen wir auch keine sozialromantischen Erwartungshaltungen in gemeinschaftstherapeutische Stadtteilfeste und Partizipationsprojekte stecken. Ich habe nicht ganz verstanden wie es dazu kommt, dass Stadtteilentwicklung schon wieder bzw. immer noch den Anschein erwecken will, dass sie partizipativ von statten gehen kann, soll und\/oder muss. Aus einer Hilflosigkeit heraus scheint es fast so als ob einfach die alten Apparate bzw. Methoden der 70 Jahre entstaubt wurden um das innere offensichtlich nicht greifbare Unwohlsein bei der Produktion von (<i>Stadt<\/i>)Architektur zu befrieden. Man k\u00f6nnte bei vielen Projekten den Eindruck gewinnen sie sind eine gegenw\u00e4rtige R\u00fccksicherung (weil im Bezug zur Vergangenheit) f\u00fcr zuk\u00fcnftige Einw\u00e4nde. Das immerw\u00e4hrende Hochhalten der Partizipationsflagge im Zusammenhang mit <i>Stadt<\/i> und Stadtteilentwicklung halten wir nach drei j\u00e4hriger Forschungsarbeit im Hallschlag noch weniger zielf\u00fchrend als zu Beginn dieses Projekts.<\/p>\n<p><b>Eine Teilschuld am unerfreulichen Zustand der Stadtforschung tr\u00e4gt ohne Frage die Existenz der Architektur zwischen Geistes\u2013 und Naturwissenschaften. Man k\u00f6nnte auch sagen \u2013 wenn die <\/b><i><b>Stadt<\/b><\/i><b> schon als B\u00fchne verstanden wird und das Gegenw\u00e4rtige das Schauspiel ist \u2013 dann sollte der Architekt ohne Frage eine andere Rolle in diesem St\u00fcck spielen. <\/b><\/p>\n<p>Die inh\u00e4renten gesellschaftlichen Widerspr\u00fcche die sich zwischen Bild und Selbstbild der Architektur auftun lassen sich in einem zugegeben etwas gewagten Vergleich ganz gut und anschaulich erkl\u00e4ren. Im Regelfall dauert das Medizinstudium in \u00d6sterreich 6 Jahre \u2013 der Abschluss erfolgt mit einem Doktor. Der direkte Vergleich, das Architekturstudium dauert ca. 6 Jahre ein Abschluss erfolgt mit einem Diplom Ingenieur. Um in der Architektur ebenfalls mit einem Doktor abzuschlie\u00dfen muss man ein weiteres mindestens dreij\u00e4hriges Studium anh\u00e4ngen. Mal ganz abgesehen von der mit Kosten verbundenen Ziviltechnikerpr\u00fcfung nach dreij\u00e4hriger Praxis und den zus\u00e4tzlichen monatlichen Folgekosten f\u00fcr eine aktive Kammermitgliedschaft welche notwendig ist um sich \u00fcberhaupt Architekt nennen zu d\u00fcrfen. Vergleicht man die Mindeststudienzeiten <sup><a href=\"#sdfootnote5sym\" name=\"sdfootnote5anc\"><sup>5<\/sup><\/a><\/sup> dieser beiden Studienrichtungen \u2013 wird man ohne Frage feststellen, dass es im zeitlichen Mindestaufwand kaum Unterschiede gibt. Das hei\u00dft die Institution der Universit\u00e4t legitimiert durch den Staat und in weiterer Folge im besten Fall durch die Gesellschaft verh\u00e4lt sich auf einer zeitlichen Ebene der Ausbildung so als ob diese Berufe gleichwertig w\u00e4ren. Diese Gleichwertigkeit kommt allerdings nur in der Studienzeit zum Ausdruck \u2013 in der sp\u00e4teren Arbeitswelt, in der Gesellschaft, verh\u00e4rtet sich der Widerspruch, das Misstrauen und die Geringsch\u00e4tzung gegen\u00fcber dem Beruf des Architekten. Aber warum ist das Vertrauen in den Architekten so gering und warum ist seine\/unsere Meinung Verhandlungssache? W\u00e4hrend die wenigstens mit dem Arzt \u00fcber ihr Krankheitsbild diskutieren bzw. mit ihm dar\u00fcber plauschen wie sie es gern h\u00e4tten <sup><a href=\"#sdfootnote6sym\" name=\"sdfootnote6anc\"><sup>6<\/sup><\/a><\/sup> wird der Architekt im Laufe von bestimmten Projekten meistens zum Handlanger und ausf\u00fchrendem Organ diverser Hochglanzmagazine. Jeder kennt diese Magazine, B\u00fccher und Zeitschriften die uns permanent und uniformiert vor Augen f\u00fchren wie so genannte sch\u00f6ne R\u00e4ume, Geb\u00e4ude, Stadtteile und St\u00e4dte auszusehen haben bzw. wie sie eben nicht auszusehen haben.<\/p>\n<p><b>Um den Vergleich bis hierher noch einmal zusammen zu fassen \u2013 die allgemeine gesellschaftliche Auffassung k\u00f6nnte wie folgt beschrieben werden \u2013 gehe ich zum Arzt dann gehe ich in ein Gesch\u00e4ft mit fixen Preisen, gehe ich aber zum Architekten dann gehe ich auf den Marktplatz auf dem man wie wir alle wissen handeln k\u00f6nnen.<\/b> Was wir Architekten daraus schlie\u00dfen k\u00f6nnten w\u00e4re, dass wir uns nicht immer hinter der \u201eMitsprachekeule\u201c verstecken k\u00f6nnen, dass wir als Architekten selbstbewusster auftreten weil wir die Experten f\u00fcr Raum und in weiterer Folge auch f\u00fcr das Wohlbefinden im Raum sind. Der Architekt wird als Berater wahrgenommen und gibt sich auch so, das Eine wirkt wie so oft in das Andere, w\u00e4hrend er in Wirklichkeit eine Autorit\u00e4t im Bezug zu r\u00e4umlichen Fragen sein sollte.<\/p>\n<p><b>Man darf bei der ganzen Kritik an dem Selbstbild und an der gesellschaftlichen Wahrnehmung der Architekten nat\u00fcrlich nicht vergessen, dass wir alle einem \u00f6konomischen Druck unterliegen der uns in der Erf\u00fcllung monet\u00e4rer Verpflichtungen dazu zwingt opportun zu handeln.<\/b> Auch wenn die Forderungen des Geldes bzw. der \u00d6konomie, dabei nicht ausgenommen die der \u00d6kologie, v\u00f6llig an der &gt;Atmosph\u00e4ren Wirklichkeit&lt; unserer umbauten Umwelt vorbeiwirken. Wir Architekten sind am Ende Sklaven der Wirtschaft und das mittlerweile fast ohne Einschr\u00e4nkung. Denn die Produktkataloge haben endg\u00fcltig uneingeschr\u00e4nkt Einzug in den Unterricht unserer Hochschulen gehalten. Es wird nicht mehr das Prinzip unterrichtet sondern das spezifische Produkt, das Werkzeug bzw. der Weg.<\/p>\n<p>Nun k\u00f6nnte der eine oder andere behaupten, der Vergleich zwischen dem Arzt und dem Architekten hinkt, ist zu popul\u00e4r und\/oder vielleicht sogar unpassend. Zu einem gewissen Grad stimmt das auch, dass haben Beispiele so an sich, da sie eben nur einen prinzipiellen Vergleich herstellen. <b>Trotzdem zeigt uns dieser Vergleich ein paar neuralgische Punkte im Widerspruch der gegenw\u00e4rtigen architektonischen Existenz (Bild&lt;&gt;Selbstbild). Wir sind uns einig, dass ein schlechter Raum auch krank machen kann und w\u00e4hrend unser K\u00f6rper der Raum ist in dem wir uns bewegen ist die Architektur der Raum in dem man sich bewegt. Der Architekt ist also auf einer anderen Ebene der gef\u00fchlten K\u00f6rperlichkeit <\/b><sup><b><a href=\"#sdfootnote7sym\" name=\"sdfootnote7anc\"><sup>7<\/sup><\/a><\/b><\/sup><b> f\u00fcr eine \u201einnere\u201c wie auch \u201e\u00e4u\u00dfere\u201c Gesundheit zust\u00e4ndig \u2013 zwar etwas subtiler als der Arzt aber ohne Frage mit \u00e4hnlicher Verantwortung. Doch diese Verantwortung des Architekten steht in keinem Verh\u00e4ltnis zur gesellschaftlichen Anerkennung. Dieser Widerspruch manifestiert sich in der Rolle des beratenden Experten. <\/b>Wir Architekten werden einerseits durch den schon erw\u00e4hnten gesellschaftlichen isomorphen Druck (<i>unter anderem weil Architektur\/Stadt eben keine Privatsache ist<\/i>) in die Rolle eines Vermittlers zwischen Privatinteressen und \u00f6ffentlicher Meinung getrieben. Andererseits bewirkt unser eigenes Handeln, unsere eigene Unsicherheit, dass wir uns meist wie Berater verhalten. <b>Am Ende scheint Architektur und damit auch Stadt eine Frage der Rechtfertigung, vor sich selbst und der \u00d6ffentlichkeit, die in unterschiedlichsten Werkzeugen zur Produktion von Raum ihre Antwort findet.<\/b><\/p>\n<blockquote><p>\u201eTraditionelle Konzepte der Wissensgesellschaft definieren Wissen als Aussagen \u00fcber wissenschaftliche Inhalte, als technologische Anwendung oder \u2013 eventuell \u2013 als intellektuelles Eigentum. Die Definition die ich empfehle, verlegt das Gewicht auf Wissen, wie es ausge\u00fcbt wird \u2013 im Rahmen von Strukturen, Prozessen und Umwelten, die spezifische epistemische Kulturen ausmachen.\u201c <sup><a href=\"#sdfootnote8sym\" name=\"sdfootnote8anc\"><sup>8<\/sup><\/a><\/sup><\/p><\/blockquote>\n<p><b>Uns sollte klar sein, dass im Zentrum einer Stadt(teil)entwicklung nicht das Werkzeug (Stadtteillabor, Urban Gardening, Installationen etc.) stehen darf sondern es muss der Nutzer und sein Nutzungsverhalten, in Relation zur vorhandenen r\u00e4umlichen Struktur, im Mittelpunkt stehen. <\/b><\/p>\n<p>Wie ich in dem ersten Text <sup><a href=\"#sdfootnote9sym\" name=\"sdfootnote9anc\"><sup>9<\/sup><\/a><\/sup> im Rahmen des Hallschlag Forschungsprojekts hingewiesen habe, geht es um das Individuum \u2013 den Nutzer selbst der in der Benutzung bzw. der Synthese zu einem bestimmten Zeitpunkt die Potenziale des Raums zum Ort macht. Das hei\u00dft eine <i>Stadt<\/i>\u2013 bzw. Quartiersentwicklung kann nur funktionieren wenn man sich im Vorfeld intensiv mit dem Nutzungsverhalten der Bewohner besch\u00e4ftigt \u2013 und zwar in Form einer zur\u00fcckhaltenden Beobachtung. <span style=\"font-family: Helvetica,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Eine anonyme Beobachtung, Dokumentation und Analyse der produzierten Artefakte, R\u00e4ume, Grenzen etc. kann in weiterer Folge f\u00fcr erkenntnistheoretische Schl\u00fcsse und eine positive Entwicklung des Betrachtungsgebiets genutzt werden.<\/span><\/span> Nat\u00fcrlich ist es uns auch klar, dass die Beobachtung im architektonischen Diskurs nichts Neues ist, denkt man dabei einfach an <i>Kevin Lynch <\/i>oder <i>Jane Jacobs<\/i>. Die <i>Beobachtung<\/i> scheint aber ein Strang in der Geschichte der Stadtforschung dem auf Grund seiner subjektiven Klassifikationsmuster zu wenig Achtung geschenkt wurde und wird. <sup><a href=\"#sdfootnote10sym\" name=\"sdfootnote10anc\"><sup>10<\/sup><\/a><\/sup> Es w\u00e4re in unserem Fall \u2013 bezieht man sich auf den bekannten Buchtitel von Kevin Lynch \u2013 nicht das <i>Bild der Stadt<\/i> sondern das <i>Bild der Benutzer.<\/i> Diese Form der Entwicklung k\u00f6nnte man unserer Meinung nach als \u201eleise Stadtteilentwicklung\u201e verstehen bzw. bezeichnen weil sie sich gegen\u00fcber den herk\u00f6mmlichen und g\u00e4ngigen \u201elauten\u201c Spektakeln ansiedelt. <sup><a href=\"#sdfootnote11sym\" name=\"sdfootnote11anc\"><sup>11<\/sup><\/a><\/sup> Uns ist auch klar, dass dies viele die sich mit Stadtentwicklung besch\u00e4ftigen nicht leisten k\u00f6nnen oder wollen. <sup><a href=\"#sdfootnote12sym\" name=\"sdfootnote12anc\"><sup>12<\/sup><\/a><\/sup> Denn die einen \u2013 um nur zwei Beispiele zu nennen \u2013 ziehen wie die Wanderzirkusse von <i>Stadt<\/i> zu <i>Stadt<\/i> \u2013 die anderen sitzen eingekapselt in ihren Stadtteilentwicklungsb\u00fcros und spulen seit Jahrzehnten das gleiche Programm ab und nur die wenigsten sind intrinsisch veranlagt.<\/p>\n<p>Wir wollen hier nicht bestreiten, dass es in vielen Projekten den Versuch gibt die Bewohner mit einzubeziehen \u2013 aber diese Beteiligungsverfahren bleiben eben meist nur ein Zeichen des so genannten guten Willens. <b>Vorl\u00e4ufig bleibt die Partizipation die Rechtfertigung, die scheinbar letzte ethische Instanz des zwischen Orientierungslosigkeit und Machtlosigkeit oszillierenden Architekten. Der Mechanismus der Rechtfertigung scheint in der gegenw\u00e4rtigen Produktion von Raum \u00fcberhaupt eine gro\u00dfe Rolle zu spielen. Aus einer inneren Unsicherheit der Architektur wurde die Rechtfertigung f\u00fcr die Produktion zur eigenen Entit\u00e4t. <\/b>Diesen interessanten Vorgang, n\u00e4mlich der gegenw\u00e4rtige Zusammenhang von Raum und Moral, muss man mehr Zeit schenken und er sei hier nur kurz erw\u00e4hnt.<\/p>\n<p>Wieder zur\u00fcck \u2013 wir sind uns alle einig \u2013 eine Beteiligung ist nicht gleich Beteiligung \u2013 neben dem Was stellt sich vor allem auch die Frage des Wann. Investitionen welcher Art auch immer Fallen nicht vom Himmel sondern m\u00fcssen getaktet werden. Wie wir meinen Scheitern viele Projekte an dem eigentlichen Verst\u00e4ndnis und im Umgang mit Zeit. Nat\u00fcrlich nicht im herk\u00f6mmlichen Sinn \u2013 denn hier sprechen wir nicht von Ablaufpl\u00e4nen zur Einhaltung von Terminen. Nein \u2013 genau das Gegenteil scheint unserer Meinung nach wichtig \u2013 n\u00e4mlich der Zeit seinen Freiraum zu lassen. Vor allem dann wenn man mit Menschen zu tun hat sind stupide Termine nichts anderes wie wahllose Grenzen die sich \u00fcber kulturelle und r\u00e4umliche Tatsachen hinwegsetzen. Wie ich in meinen \u00dcberlegungen zur Raumaneignung festgestellt habe stellt sich bei der Entwicklung von Stadtteilen und bei der damit verbundenen Investition immer die Frage des zeitlichen Ablaufs.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eNeben der Motivation &amp; Manifestation des Prozesses spielen die Reihenfolge und der \u00dcbergang (Zwischenraum) der einzelnen Prozessphasen eine wesentliche Rolle f\u00fcr eine nachhaltige r\u00e4umliche Entwicklung im spezifischen Gebiet.\u201c <sup><a href=\"#sdfootnote13sym\" name=\"sdfootnote13anc\"><sup>13<\/sup><\/a><\/sup><\/p><\/blockquote>\n<p>Wann investiert man Wo, Wie und Was? Wir glauben die Investitionen (und sei es \u201enur\u201c Zeit) m\u00fcssen zu Beginn in die Erforschung des anonymen Nutzungsverhaltens der Bewohner flie\u00dfen. Das hei\u00dft aus der Erforschung einer anonymen Raumaneignung und Nutzung werden Vorschl\u00e4ge f\u00fcr einen zuk\u00fcnftigen Umgang mit der Ressource Raum in dem spezifischen Gebiet generiert.Die Methode die sich f\u00fcr uns als am dienbarsten herausgestellt hat \u2013 wer h\u00e4tte nach den vorangegangen Zeilen auch etwas anderes erwartet \u2013 ist die <i>Beobachtung<\/i>. Wie schon erw\u00e4hnt \u2013 es ist klar, dass dies nichts Neues ist \u2013 und wir erheben auch keinen Anspruch auf etwas Neues. Wahrscheinlich geht es am Ende darum im Rahmen von Quartiersentwicklung die Ernsthaftigkeit und Integrit\u00e4t der <i>Beobachtung<\/i> wieder zu finden. Nur wer beobachtet kann lernen. W\u00e4hrend es in der Technik die Natur ist \u2013 die sehr oft als Vorlage dient \u2013 sollte es in der <i>Stadt<\/i> die <i>Stadt<\/i> und ihre Nutzung selbst sein. Denn die <i>Stadt<\/i> stellt unsere einzige reale weil \u201eartifizielle\u201c r\u00e4umliche Natur dar.<\/p>\n<p>Irgendwie kann ich auch verstehen, dass das <i>Beobachten<\/i> in Zeiten von diversen Onlineressourcen zu der praktischen weil so bequemen Vogelperspektive verkommt. Viele gehen nicht mehr an den Ort \u2013 warum auch es gibt Luftfotos, Fotos und f\u00fcr die seri\u00f6sen unter uns Architekten gibt es dann auch noch den Katasterplan. Und ich muss gestehen \u2013 f\u00fcr mich war das vor Beginn dieses Projekts auch meist ausreichend. Wenn ich besonders genau sein wollte habe ich das Baufeld noch einmal vor Ort angesehen \u2013 aber das hatte nat\u00fcrlich nichts mit einer seri\u00f6sen Besch\u00e4ftigung zu tun \u2013 denn selbst beim 10ten mal vor Ort findet man v\u00f6llig neue eventuell wichtige Aspekte. Das hei\u00dft, die vorgefertigten, g\u00e4ngigen und gegenw\u00e4rtigen Methoden sich eine <i>Ortskenntnis<\/i> anzueignen sind im Vergleich mit der <i>Beobachtung<\/i> vor Ort relativ haltlos. Weil die meisten Informationssammlungen, Kartierungen, Analysen etc. eben nicht die anonymen nutzerspezifischen Informationen enthalten die wir brauchen \u2013 die Notwendig sind um von <i>innen<\/i> heraus zu wirken. Paul Virilio \u2013 dessen poetisch und pr\u00e4zise formulierten Texte ich pers\u00f6nlich sehr sch\u00e4tze \u2013 hat in einem seiner B\u00fccher geschrieben, leider finde ich die Passage eben nicht mehr, ich denke es war <i>\u201eBunker Arch\u00e4ologie\u201c<\/i> \u2013 sinngem\u00e4\u00df: <i>die Karte ist neben dem Luftbild ein unverzichtbares Instrument weil sie alle Br\u00fcche darstellt. <\/i>Ja das sehe ich auf jeden Fall auch so aber was n\u00fctzen mir die gegenw\u00e4rtigen g\u00e4ngigen vorgefertigten Kartierungen wenn sie nicht die Informationen enthalten die wir f\u00fcr die L\u00f6sung der Bauaufgabe brauchen? Wenn die realen Br\u00fcche fehlen, die Grenzen, die Durchwegungen, die \u00d6ffnungen etc. \u2013 die den umbauten und\/oder\/bzw. \u00f6ffentlichen Raum erst zu dem machen was er in unserer t\u00e4glichen operativen Benutzung und damit Wahrnehmung ist? Au\u00dferdem \u2013 nicht au\u00dferacht zu lassen ist die Frage der Darstellung der Daten um die dementsprechenden Informationen \u00fcberhaupt erst zu erhalten. Meist sind es nur quantitative Analysen die die Qualit\u00e4t als imaginierte nachtr\u00e4gliche Eigenleistung voraussetzen. Das Baufeld bleibt bei den meisten Stadtentwicklungskonzepten vorl\u00e4ufig ein Territorium des Kapitals (und bleibt es in den meisten F\u00e4llen der Untersuchung) ohne Hier und Jetzt weiter darauf einzugehen was Grenzen \u201efr\u00fcher\u201c waren und \u201eheute\u201c sind. Klar sollte auf jeden Fall sein, dass eingezeichnete Grenzen meistens keinen Bezug zur umbauten qualitativen und operativen Realit\u00e4t haben. <sup><a href=\"#sdfootnote14sym\" name=\"sdfootnote14anc\"><sup>14<\/sup><\/a><\/sup> Noch dazu sind Grenzen nur ein Faktor von vielen der bestimmend ist. Etwas polemisch aber passend \u2013 was macht ein Schiffskapit\u00e4n am Meer mit einer Wanderkarte? \u2013 nichts, weil sie eben keine Information enth\u00e4lt die er braucht!<\/p>\n<p>So platt das f\u00fcr den einen oder anderen auch klingen mag \u2013 vorl\u00e4ufiges Res\u00fcmee ist, man muss sich mit den Bewohnern und ihrem Nutzungsverhalten besch\u00e4ftigen. Und eines steht trotz eventueller Skepsis gegen\u00fcber dieser Erkenntnis au\u00dfer Frage \u2013 wir also die \u00d6ffentlichkeit bzw. unser \u00f6ffentlicher Raum befindet sich im Wandel \u2013 denkt man dabei einfach an moderne Kommunikationstechnologien. Das hei\u00dft auch die Nutzung und der Umgang mit dem \u00f6ffentlich zug\u00e4nglichen <i>Raum<\/i> \u2013 der <i>Stadt<\/i> \u2013 steht im Wandel. <b>Um darauf zu reagieren, was man als Architekt eventuell sollte \u2013 muss man nicht imaginieren sondern einfach beobachten und interpolieren. <\/b><sup><b><a href=\"#sdfootnote15sym\" name=\"sdfootnote15anc\"><sup>15<\/sup><\/a><\/b><\/sup><b> Man muss sich in das Quartier bewegen, man muss die Menschen beobachten und aus den Notwendigkeiten die in allt\u00e4glichen Situationen zum Ausdruck kommen lernen.<\/b><\/p>\n<p>Damit wir Vorschl\u00e4ge entwickeln k\u00f6nnen m\u00fcssen wir also <i>Beobachten<\/i> und das am besten ohne das <i>Beobachtete<\/i> durch unser Tun zu kontaminieren, determinieren und zu beeinflussen. Prinzipiell ist es aber \u2013 wie wir wissen \u2013 eigentlich unm\u00f6glich die absolute Position eines anonymen Beobachters einzunehmen \u2013 deswegen soll uns in diesem Fall vorl\u00e4ufig die Intention reichen. Bei der Methodik der Beobachtung scheint im Bezug zum Aufwand des Verfahrens (der \u201estillen\u201c anonymen Beobachtung) weniger mehr \u2013 und so ein relativ kleines Viertel wie der Hallschlag ideal f\u00fcr unsere Vorhaben.<i> <\/i>Das hei\u00dft der Hallschlag wird zu unserem ersten real beobachteten Gegenstand an dem sich in Wechselwirkung bzw. Abh\u00e4ngigkeit zu Typologie, Durchl\u00e4ssigkeit, Fragmentierung, Zug\u00e4nglichkeit, Demografie, Morphologie, Atmosph\u00e4re, Ethnografie usw. verschiedene anonyme Nutzungen und Verhaltensmuster der Bewohner im \u00f6ffentlich zug\u00e4nglichen Raum beobachten, dokumentieren und analysieren lassen. Aus diesen Beobachtungen k\u00f6nnen wir in weiterer Folge Positionen und Vorschl\u00e4ge f\u00fcr zuk\u00fcnftige Nutzungen des \u00f6ffentlichen zug\u00e4nglichen Raums entwickeln. <sup><a href=\"#sdfootnote16sym\" name=\"sdfootnote16anc\"><sup>16<\/sup><\/a><\/sup><\/p>\n<p><b>Denn die blo\u00dfe Existenz soll der Architektur nicht reichen \u2013 da will ich mich an A. Loos halten und ein Zitat <\/b><sup><b><a href=\"#sdfootnote17sym\" name=\"sdfootnote17anc\"><sup>17<\/sup><\/a><\/b><\/sup><b> von ihm sinngem\u00e4\u00df im Bezug zur <\/b><i><b>Stadt <\/b><\/i><b>etwas anpassen \u2013 und sagen: \u201e<\/b><i><span style=\"text-decoration: underline;\"><b>Kunst ist eine Privatsache, aber Stadt nicht!\u201c<\/b><\/span><\/i><b> Und weil <\/b><i><b>Stadt<\/b><\/i><b> eben keine Privatsache ist \u2013 und sie nicht \u00fcber das Ich im Wir funktioniert, kann <\/b><i><b>Stadt<\/b><\/i><b> kein isoliert betrachteter Raum sein!<\/b><\/p>\n<p>(Josef\u2013Matthias Printschler, Stuttgart 03\/2016)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Dateiversionen (PDF):<\/h3>\n<ul>\n<li>1.3 &#8211; 280916: <a href=\"http:\/\/www.stubenmusicstudio.com\/hall\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Hallschlag_Text03_WarumDieStadtKeinLaborSeinKann_280916.pdf\" target=\"_blank\">Hallschlag_Text03_WarumDieStadtKeinLaborSeinKann_280916.pdf<\/a><\/li>\n<li>1.2 &#8211; 180316: Hallschlag_Text03_WarumDieStadtKeinLaborSeinKann_180316.pdf<\/li>\n<li>1.1 &#8211; 100316: Hallschlag_Text03_WarumDieStadtKeinLaborSeinKann_100316.pdf<\/li>\n<li>1.0 &#8211; 090316: Hallschlag_Text03_WarumDieStadtKeinLaborSeinKann_090316.pdf<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Fu\u00dfnoten:<\/h3>\n<ul>\n<li><a href=\"#sdfootnote1anc\" name=\"sdfootnote1sym\">1<\/a> Anm.d.Verf.: Man k\u00f6nnte auch sagen unsere erkenntnistheoretische Konsequenz unterlag einem immanenten profilierungsneurotischen Druck.<\/li>\n<li><a href=\"#sdfootnote2anc\" name=\"sdfootnote2sym\">2<\/a> Knorr-Cetina 2002, 55.<\/li>\n<li><a href=\"#sdfootnote3anc\" name=\"sdfootnote3sym\">3<\/a> Elias 1987, 37.<\/li>\n<li><a href=\"#sdfootnote4anc\" name=\"sdfootnote4sym\">4<\/a> Honneth 2010, 105.<\/li>\n<li><a href=\"#sdfootnote5anc\" name=\"sdfootnote5sym\">5<\/a> Anm.d.Verf.: Hier sei der Unterschied in der Terminologie zwischen Deutschland und \u00d6sterreich erw\u00e4hnt. W\u00e4hrend es in \u00d6sterreich \u201eMindesstudienzeit\u201c hei\u00dft wird in Deutschland der Begriff \u201eRegelstudienzeit\u201c verwendet. Es sollte jedem einleuchten, dass diese beiden Begriffe prinzipiell etwas anderes beschreiben obwohl sie oberfl\u00e4chlich dasselbe meinen.<\/li>\n<li><a href=\"#sdfootnote6anc\" name=\"sdfootnote6sym\">6<\/a> Anm.d.Verf.: Au\u00dfer man geht zum plastischen Chirurgen der sich meist nur um die Oberfl\u00e4che k\u00fcmmert \u2013 obwohl es sich auch empfiehlt auf den plastischen Chirurgen zu h\u00f6ren, denn eigentlich sollte er besser wissen \u2013 zumindest wenn die \u00c4sthetik bei ihm noch \u00fcber der \u00d6konomie steht.<\/li>\n<li><a href=\"#sdfootnote7anc\" name=\"sdfootnote7sym\">7<\/a> Anm.d.Verf.: Sozusagen \u201eau\u00dferhalb\u201c unserer Entit\u00e4t.<\/li>\n<li><a href=\"#sdfootnote8anc\" name=\"sdfootnote8sym\">8<\/a> Knorr-Cetina 2002, 18.<\/li>\n<li><a href=\"#sdfootnote9anc\" name=\"sdfootnote9sym\">9<\/a> \u201eRaumwert &amp; Raumaneignung: \u00dcberlegungen zur Quartiersentwicklung : eine Kritik am Kreativquartier; vom Raum der Minderheiten zum Raum der Mehrheit\u201c<\/li>\n<li><a href=\"#sdfootnote10anc\" name=\"sdfootnote10sym\">10<\/a>Anm.D.Verf.: Denn die Subjektivit\u00e4t wurde auf Grund einer \u201eobjektiven\u201c \u00d6konomie aus der Raumproduktion zur G\u00e4nze verbannt.<\/li>\n<li><a href=\"#sdfootnote11anc\" name=\"sdfootnote11sym\">11<\/a>Anm.d.Verf.: Vielleicht ist es in diesem Fall auch gar nicht notwendig daf\u00fcr einen \u201eNamen\u201c zu finden allerdings scheint es Hilfreich wenn man dar\u00fcber sprechen will.<\/li>\n<li><a href=\"#sdfootnote12anc\" name=\"sdfootnote12sym\">12<\/a> Anm.d.Verf.: In manchen Stellen bildet die Beobachtung den ersten oberfl\u00e4chlichen Punkt von Quartiersentwicklung um dann gegen alle m\u00f6glichen Erkenntnisse die \u00fcblichen L\u00f6sungen \u00fcber die Bewohner zu st\u00fclpen.<\/li>\n<li><a href=\"#sdfootnote13anc\" name=\"sdfootnote13sym\">13<\/a> Printschler 2014, 1.<\/li>\n<li><a href=\"#sdfootnote14anc\" name=\"sdfootnote14sym\">14<\/a> Anm.d.Verf.: Man denkt dabei z.B. einfach nur an Z\u00e4une die Grundst\u00fccke trennen \u2013 also in erster Linie den Besitz regeln aber im selben Moment die Durchl\u00e4ssigkeit bzw. Durchwegung unterbinden.<\/li>\n<li><a href=\"#sdfootnote15anc\" name=\"sdfootnote15sym\">15<\/a> Anm.d.Verf.: Die Imagination folgt in diesem Fall der Interpolation und nicht umgekehrt.<\/li>\n<li><a href=\"#sdfootnote16anc\" name=\"sdfootnote16sym\">16<\/a> Anm.d.Verf.: Mir ist klar, dass ich in dem Text zwischen umbauten Raum und \u00f6ffentlich zug\u00e4nglichen Raum hin und her springe \u2013 dies hat nichts mit einer Unentschlossenheit zu tun sondern damit, dass es im Hallschlag Projekt um beides geht. In der ersten Phase (in der wir uns noch befinden) geht es um den \u00f6ffentlich zug\u00e4nglichen Raum (gemeinhin Au\u00dfenraum bzw. \u00f6ffentlicher Raum) und n\u00e4chsten Schritt geht es dann um den privaten Raum (Innenraum). F\u00fcr unser gegenw\u00e4rtiges Verst\u00e4ndnis von \u201einnen\u201c und \u201eau\u00dfen\u201c bzw. \u201eprivat\u201c und \u201e\u00f6ffentlich\u201c empfiehlt sich folgender Text: INTERAKTIONSPOTENZIAL: \u201eDer indeterminierte M\u00f6glichkeitsraum: das Potenzial der r\u00e4umlichen Fragmentierung. Siedlungsstruktur: verdichteter Flachbau.\u201c darin der Abschnitt: \u201eRAUM: Zeit und Grenze\u201c, Printschler 2015.<\/li>\n<li><a href=\"#sdfootnote17anc\" name=\"sdfootnote17sym\">17<\/a> \u201eDas Kunstwerk ist eine Privatangelegenheit des K\u00fcnstlers. Das Haus ist es nicht. Das Kunstwerk wird in die Welt gesetzt, ohne da\u00df ein Bed\u00fcrfnis daf\u00fcr vorhanden w\u00e4re. Das Haus deckt ein Bed\u00fcrfnis. Das Kunstwerk ist niemandem verantwortlich, das Haus einem jeden.\u201c Loos 2009, 75.<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Literatur:<\/h3>\n<ul>\n<li>DEBORD, G. (1996). Die Gesellschaft des Spektakels. Berlin, Ed. Tiamat.<\/li>\n<li>ELIAS, N., &amp; SCHRO\u0308TER, M. (1987). <i>Die Gesellschaft der Individuen<\/i>. [Frankfurt am Main], Suhrkamp.<\/li>\n<li>HONNETH, A. (2013). <i>Das Ich im Wir Studien zur Anerkennungstheorie<\/i>.<\/li>\n<li>JACOBS, J. (1961). <i>The Death and Life of Great American Cities<\/i>.<\/li>\n<li>KNORR\u2013CETINA, K. (2002). <i>Wissenskulturen: ein Vergleich naturwissenschaftlicher Wissensformen<\/i>. Frankfurt am Main, Suhrkamp.<\/li>\n<li>LOOS, A. (2009). <i>Warum Architektur keine Kunst ist: Fundamentales u\u0308ber scheinbar Funktionales<\/i>. [Wien], Metroverl.<\/li>\n<li>LYNCH, K., &amp; LYNCH, K. (1965). <i>Das Bild der Stadt<\/i>. Berlin, Ullstein.<\/li>\n<li>MOORE, C. W., &amp; LYNDON, D. (1995). <i>Ortskenntnis: Briefe aus dem architektonischen Geda\u0308chtnis<\/i>. Basel, Birkha\u0308user.<\/li>\n<li>PESTALOZZI, H. A. (1989). <i>Auf die Ba\u0308ume, ihr Affen.<\/i> Gu\u0308mligen, Zytglogge.<\/li>\n<li>PRINTSCHLER, J.\u2013M. (2014). <i>Raumwert &amp; Raumaneignung: \u00dcberlegungen zur Quartiersentwicklung : eine Kritik am Kreativquartier; vom Raum der Minderheiten zum Raum der Mehrheit. <\/i>Stuttgart, Online unter: http:\/\/www.stubenmusicstudio.com\/hall\/?p=35 (Stand: 18.03.2016 17:23:57)<\/li>\n<li>PRINTSCHLER, J.\u2013M. (2015). <i>Die Insel: der unbewusste Raum \u2013 Betrachtungen zum Freiraum. <\/i>Stuttgart, Online unter: http:\/\/www.stubenmusicstudio.com\/hall\/?p=484 (Stand: 18.03.2016 17:23:57)<\/li>\n<li>PRINTSCHLER, J.\u2013M. (2015). <i>INTERAKTIONSPOTENZIAL: Der indeterminierte M\u00f6glichkeitsraum: das Potenzial der r\u00e4umlichen Fragmentierung. Siedlungsstruktur: verdichteter Flachbau. <\/i>Stuttgart, Online unter: http:\/\/www.stubenmusicstudio.com\/metatecture\/archives\/1570 (Stand: 18.03.2016 17:23:57)<\/li>\n<li>ROWE, C., &amp; KOETTER, F. (1984). <i>Collage city<\/i>. Basel, Birkhau\u0308ser.<\/li>\n<li>SLOTERDIJK, P. (2006). <i>Zorn und Zeit: politisch\u2013psychologischer Versuch<\/i>. Frankfurt am Main, Suhrkamp.<\/li>\n<li>SLOTERDIJK, P., &amp; WEIBEL, P. (2007). <i>Der a\u0308sthetische Imperativ: Schriften zur Kunst<\/i>. Berlin, Philo &amp; Philo Fine Arts.<\/li>\n<li>VILAR, E. (1987). <i>Der beto\u0308rende Glanz der Dummheit.<\/i> Du\u0308sseldorf, ECON Verlag.<\/li>\n<li>VIRILIO, P. (1992). <i>Bunker &#8230; Archa\u0308ologie<\/i>. Mu\u0308nchen, Hanser.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>NOLAB: Stadt ist keine Privatsache bzw. warum die Stadt kein Labor sein kann! \u00dcberlegungen zur gegenw\u00e4rtigen Praxis von Stadtforschung und Entwicklung. Wie kommt es dazu das ich \u00fcber dieses Thema \u2013 warum die Stadt kein Labor sein kann \u2013 schreibe? 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